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Marcellus und Carola



3. Kapitel: Das Täubchen


CAROLA:
Natürlich, Drusilla wartete sicherlich auf ihr Frühstück. Ich hatte zuviel Zeit damit verbracht, Marcellus zu betrachten, und wahrscheinlich war sie schon sehr gereizt. Dennoch wandte ich mich nur widerstrebend zum Gehen und war überglücklich, daß er mich noch einmal zurückrief.
"Du sagst, Du hättest die Früchte selbst kandiert?"
"Ja." Er sah mich wartend an, als wolle er mehr wissen, und ich setzte sorgfältig ein römisches Wort hinter das andere. "Mit etwas Sirup und syrischem Zucker. Drei Tage lang..." Marcellus' Hand wanderte zu dem Konfekt, und ich verlor meinen Faden. Daß er schon morgens so etwas Süßes vertrug, nach den Exzessen des gestrigen Abends. Ob er das ganze Schälchen wirklich aufessen würde? Atemlos wartete ich darauf, daß er sich das Stückchen Ananas endlich in den Mund stecken, es vielleicht mit den Zähnen vorher zerteilen würde.
"Was war drei Tage lang?" Ich zuckte zusammen, ich hatte vergessen, daß ich inmitten eines Satzes innegehalten hatte. Das Stück Ananas verschwand in seiner Gänze hinter den vollen Lippen, und es war offensichtlich, daß dem jungen Herrn die atemberaubende Süße Genuß bereitete. "Lagen sie drei Tage im Sirup...? Mhhmmm, man schmeckt's..." Dann geschah das Unglaubliche. Er hielt mir ein Stück hin. Mir, einer Sklavin. Flavia hätte das nie getan. Nubia hatte mir eingeschärft, daß sich Vertrautheiten zwischen Herr und Sklave nicht schickten, aber ich wußte andererseits, daß ich zu gehorchen hatte, und das tat ich nur zu gern. Ich liebte die kandierten Früchte außerdem, und ich spürte tatsächlich wieder leichten Hunger, trotz der nächtlichen Völlerei. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und berührte seine Finger. Eine Kirsche. Die mochte ich besonders. Ich kostete den süßen Geschmack aus.
"Wenn du Süßes magst... habt ihr das in Germanien?" Seine Überheblichkeit! Natürlich gab es Honig zu Hause! So oft schon hatte ich erfahren, daß die Römer uns als Barbaren ansahen, die ein erbärmliches Leben führten. Ich zeigte mich jedoch demütig und schüttelte den Kopf. Außerdem stimmte es ja, kandierte Früchte hatte ich erst hier kennen gelernt... "Dann solltest du Nubia fragen, ob sie dir einmal Mandelpastetchen zubereitet. Die sind göttlich..." Ich war starr vor Schreck. Wußte er ...? Aber woher? Würde er mich bestrafen? Gleichzeitig erinnerte ich mich an die überwältigende Sättigung der letzten Nacht, wie ich mir den Bauch massiert und welche Lust mir das bereitet hatte. Vorsichtig hob ich den Kopf. Marcellus' Gesicht ließ nicht erkennen, was er dachte. "Ich könnte immer eine ganze Pastete essen... aber sie liegt schwer im Magen." Jetzt lächelte er leicht, und ich fühlte mich grenzenlos erleichtert. Er wußte es, aber er verriet mich nicht. Vielleicht kannte er das wohlige Gefühl des Überfüttertseins nur zu gut... Wie zur Bestätigung meiner Gedanken tätschelte er sich leicht die Speckfalte über seinem Nabel. Sein weiches Fleisch wackelte leicht und zeigte mir, wie sehr er seinen gemästeten Körper genoß.
"Naja", fuhr er fort. "Das wirst du sicher eines Tages auch merken... die Küche ist ein schöner Platz für eine Sklavin. Vergiß nicht, alles zu essen, was du willst. Einer guten Köchin glaubt man nicht, wenn sie nicht dick genug ist..."
Meinte er wirklich, ich würde eines Tages so fett werden wie Nubia? Sein Blick glitt auf eine irritierende Weise an meinem Körper herunter. Daß er mich überhaupt so ansah... für alle anderen Römer schien ich unsichtbar zu sein; sie sahen mich als etwas, das tat, was sie sagten, und das war alles. In Marcellus' Blick spürte ich eine seltsame Neugier. Seine Augen waren hell, nicht braun wie bei vielen anderen Römern, obwohl ich die Farbe nicht genau hätte bestimmen können. Der Augenblick währte nur kurz - dann nickte er, und ich verstand, daß ich damit entlassen war.

In der Küche hatte Nubia auch Drusillas Tablett bereits gerichtet. Hier stellte ich nichts Besonderes mehr hinzu - mir schien, daß Nubia bereits für alles gesorgt hatte. Auch Drusilla lag noch auf ihrem Bett, als ich eintrat, aber sie war bereits wach und zog ihr hübsches Gesicht zu einer unmutigen Grimasse. "Endlich! Ich warte schon seit Stunden!" Sie sah über die aufgetürmten Leckereien. "Keine Waffeln?"
"Ich hole noch welche", sagte ich eilig. Hoffentlich hatte Nubia schon welche gebacken. Aber Drusilla häufte bereits Rahm auf Weizenbrot und biß davon ab; ihre Oberlippe war weißgetaucht. Ich staunte, wie groß ihr Appetit schon wieder war, sie aß mit deutlich erkennbarer Gier. Als ich wieder aus der Küche kam, mit einem dampfenden Teller frischer Waffeln, hatte sie bereits einen großen Teil ihres Frühstücks, hauptsächlich Schmalzkuchen und Honigplätzchen, verputzt und faßte sich an den Gürtel, der ihre Toga zuammenhielt. "Hilf mir", befahl sie. "Ich habe diesen Knoten zu fest gezogen, und jetzt drückt er mich."
In der Tat saß ihr das Band stramm um die Taille und verschwand fast unter der dicken Speckrolle ihres Oberbauches. Das zog den Knoten zusammen, und meine Finger bekamen ihn auch nicht sofort auf. Drusilla kicherte, weil meine Finger ihre Fettpolster kitzelten. Sie war wirklich schon sehr üppig, dachte ich, als ich ihr Fett über dem Knoten hochschob. Weich und nachgiebig und gleichzeitig fest war ihr Bauch, und ich merkte, daß er leicht schwabbelte, als ich mich bemühte, ihm mehr Platz zu schaffen. Endlich hatte ich es geschafft, ich lockerte den Riemen ein ganzes Stück, und sofort streckte Drusilla ihren Wanst noch mehr heraus. "Ich bin ganz schön dick geworden", sagte sie zufrieden und leckte sich die Sahne von den Lippen. "Die Waffeln sind gut!" Sie hatte bereits drei Stück verspeist und lehnte sich jetzt ein wenig schnaufend zurück. "Hol mir Claudia, sie soll mich massieren. Und bring noch mehr Waffeln!"

Nubia war überrascht, als ich nach mehr Waffeln fragte. "Ihr Hunger muß sich in Ostia ganz schön gesteigert haben", sagte sie und machte einen weiteren Teller zurecht. "Sie ist jetzt schon dicker als Flavia bei ihrer Heirat... Sie wird eines Tages eine der fettesten Senatorinnen in Rom sein, wenn sie so weiter schlemmt."
"Ihre Arme sind dicker als meine Schenkel!" sagte ich.
"Noch, Kindchen", lächelte Nubia. "Wenn du jede Nacht eine ganze Mandelpastete in dich hineinstopfst, wird sich das bald ändern."
"Marcel... Der junge Herr hat gesagt, daß Köchinnen dick sein müssen", meinte ich und fühlte, daß ich schon wieder rot wurde. Nubia musterte mich mit einem strengen Blick.
"So. Hat er das. Nun, das bin ich ja auch." Sie streckte ihren eigenen enormen Ranzen vor. "Und du bist Küchensklavin, keine Köchin, Kindchen. Die müssen noch lange nicht so dick sein, daß das Auge der jungen Herren wohlgefällig auf ihnen ruht, und sie in der Küche nur noch schnaufend ihre Arbeit verrichten, weil sie so sattgefressen sind."
"Nubia!" maulte ich.
"Dir wird es hier schon nicht schlecht ergehen, und ich bin sicher, daß du noch reichlich ansetzen wirst bei deinem Appetit. Aber sei vorsichtig in der Gegenwart des jungen Herrn." Das erinnerte mich daran, wie mich Marcellus angesehen hatte, und ein Glücksschauer durchrieselte mich. "Herren und Sklaven sind zwei Welten, Kindchen. Hänge dein Herz an niemanden von ihnen. Er wird bald eine fett gefütterte Patriziertochter heiraten und ein eigenes Haus nehmen."
Nubias Worte prallten an mir ab. Das wußte ich doch längst. Aber wie er mich angesehen hatte... wie er da gelegen hatte, ausgestreckt auf seinem Diwan, so wunderbar dick und fett gefüttert, mit diesem schweren Bauch... und wie er mir die Kirsche gegeben hatte, der Moment, als unsere Finger sich berührten...
Nubia schob mir den Teller mit den Waffeln hin und schüttelte den Kopf.

Claudia, Drusillas Leibsklavin, hatte ihrer Herrin die Toga ein wenig hochgeschoben, als ich wieder eintrat, und knetete mit kundigen Händen das viele Fett, das sich Drusilla trotz ihrer Jugend schon angegessen hatte. Jetzt konnte ich ihren Kugelbauch auch richtig sehen, wie er unter Claudias Massage hin und her wackelte - zwei große Speckringe, getrennt durch den in einer tiefen Falte verborgenen Bauchnabel. Ihre Brüste unter dem Stoff der Toga waren schon beträchtlich, sie waren ein wenig zu den Seiten geglitten und zitterten leicht bei den Bewegungen Claudias. Drusilla seufzte träge und winkte mich zu sich heran.
"Carola! Tunke mir die Waffeln in die Sahne, und füttere mich." Es war das erste Mal, daß ich jemanden füttern sollte. Nubia gab Flavia öfter zu essen, aber für mich war es neu. Ich tauchte eine Ecke der Waffel in den Topf mit Sahne; die Hitze des Gebäcks ließ die Creme an den Rändern schmelzen. Drusilla hatte die Augen geschlossen und den Mund leicht geöffnet. Als ich mit der Waffel ihre Lippe berührte, biß sie ein großes Stück ab und kaute, wobei sich ihr Doppelkinn bewegte. "Mehr!" schnurrte sie. Claudia knetete weiter Drusillas Wanst und nickte mir zu, mehr Sahne auf die Waffel zu tun. Bissen für Bissen verschwand in Drusillas gierigem Mund, wobei sie immer mehr stöhnte, wenn Claudias Finger mit kreisenden Bewegungen über ihren Magen glitten. Drei, vier, fünf Waffeln aß sie, bei der sechsten wurde sie langsamer. Ich zögerte, die siebte in die Hand zu nehmen. Claudia stieß mich mit dem Fuß an und deutete mit den Augen auf den Teller. Drusilla hatte die Augen weiter geschlossen und atmete schwer, ihr Bauch schien straff gespannt und übervoll zu sein. Sicherlich hatte sie keinen Hunger mehr? Claudia stupste mich wieder an, und ich schmierte Sahne auf die Waffel und schob sie Drusilla in den Mund. Und tatsächlich aß die dicke Patriziertochter noch drei weitere Waffeln.
"Ich kann nicht mehr", seufzte sie dann. "Das war gut. Mach noch ein wenig weiter, Claudia, mein Bauch drückt mich." Ich nahm das Tablett und ging zurück in die Küche.

Dort berichtete ich Nubia. "Sie hat das ganze Frühstück gegessen, und dann noch", ich zählte in Gedanken nach, "neun Waffeln von dem letzten Teller! Claudia mußte sie dauernd massieren, damit sie die runterkriegt. - Wird der junge Herr eigentlich auch so gemästet?"
"Was du immer mit ihm hast!" tadelte Nubia. "Natürlich wird er auch massiert, damit er das unmäßige Essen besser verträgt und schön gleichmäßig Fett ansetzt. Du solltest wirklich nicht so oft an ihn denken, Carola. - Drusilla will also keine Waffeln mehr? Hmmm... jetzt habe ich die noch gebacken." Sie deutete auf einen großen Teller voll dampfendem Gebäck, und sie wollte noch etwas sagen, als die Tür aufging und Gracchus hereintrat. "Du wirst von der Herrschaft verlangt, Nubia", sagte er. Nubia band sich seufzend ihre Schürze ab und folgte ihm.
Der Geruch der Waffeln kitzelte meine Nase. Mir war bereits das Wasser im Mund zusammengelaufen, als ich Drusilla gefüttert hatte. Wenn ich Nubia sagte, Drusilla hätte doch noch welche verlangt? Rasch nahm ich den Teller und eine Schüssel Rahm und huschte aus der Küche. Vor dem Küchentrakt, gegenüber der Familiengemächer, war ein kleiner ummauerter Hof, in dem Nubia Küchenkräuter zog. Die dichten Stachelbeerbüsche dort waren ein gutes Versteck.
Dort setzte ich mich auf den Boden und begann zu essen. Wie hungrig ich war, und wie leicht die sahnigen, fetten Waffeln meine Kehle hinunterrutschten! Aus Angst, entdeckt zu werden, futterte ich schnell und gierig. Es schmeckte aber auch zu gut... die Sahne war so süß, die Waffeln so knusprig. Mein Bauch füllte sich spürbar und wurde richtig schwer. Die letzten zwei Waffeln auf dem Teller vertilgte ich ächzend mit dem Gedanken an Drusilla, wie sie sich den Magen hatte stopfen lassen. Und Marcellus' Worte klangen in mein Ohr - "Vergiß nicht, alles zu essen, was du willst." Mein Bauch quoll jetzt ein bißchen vor, und meine Finger spürten, daß die kleine Speckfalte tatsächlich dicker geworden war. Oder bildete ich mir das ein? Würde ich auch irgendwann fast aus meiner Toga herausplatzen, wie Drusilla? Ich stellte mir vor, übersatt und faul auf dem Diwan zu liegen, und es war Marcellus, der sich mühte, das enge Band zu öffnen, das meinen Bauch einschnürte...


.... weiter geht es mit Marcellus' Erzählung!


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