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Aus dem Magazin Zeitgeist, 18. September 2018



Begegnung mit einer Göttin


- Pop-Ikone Arietta von Willendorff spricht offen über ihre Fressgier -
Arietta ist ohne Frage die erfolgreichste Sängerin dieses Jahres 2018. Ihre Mischung aus digitaler Perfektion und einer emotionalen Darbietung, die ihre Inspiration aus den verschiedenen Stilrichtungen des letzten Jahrhunderts nimmt, hat ihr ein Millionenpublikum eingebracht. Es ist wohl vor allem dieser Rückgriff auf von der Gesellschaft längst abgetane Techniken, die ihr gerade unter Jugendlichen eine treue Fangemeinde eingebracht hat. Arietta schert sich nicht um die in den Medien propagierten Konventionen. Und das ist deutlich sichtbar.
Wie sichtbar, das wird mir erst klar, als wir uns zum Interview in der Hotelsuite treffen, die sie während ihres Aufenthalts hier in Berlin bezogen hat. Sicher, sie wirkt auch auf der Bühne gewichtig – so, wie sie hier auf dem Sofa sitzt bzw. liegt, erscheint sie noch dicker. Ein aufreizend eng anliegendes Samtkleid zeigt deutlich, dass ihr schwerer Bauch mittlerweile schon auf die Schenkel hinuntersackt. In einem Net-News-Service war neulich zu lesen, dass sie durch hemmungslose Fressorgien wöchentlich bis zu zwei Kilo zunimmt – regelmäßig. Aus ihren Vorlieben, Schokolade und italienischem Essen, macht sie keinen Hehl, sie erzählt sogar offen auf der Bühne von Negerkussschlachten vor dem Einschlafen. Die Erziehungsbehörde hat sie dafür scharf kritisiert: In einer Gesellschaft, in der über 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen extrem übergewichtig sind, sei es ein Frevel, vor einem jungen Publikum zu noch mehr Völlerei aufzurufen.
Arietta lassen diese Vorwürfe kalt. "Es wäre Heuchelei, wenn ich nicht zu meiner Fressgier stehen würde", erklärt sie, während sie ungeniert und mit offensichtlichem Genuss ein Stück Pfefferminzfondant isst. "Die lustfeindliche Haltung der Gesellschaft macht Kinder und Jugendliche weitaus mehr krank als zwanzig Kilo Übergewicht."
Die meisten haben mehr als zwanzig Kilo zuviel drauf.
"Und wenn schon", winkt Arietta ab. "Ich ja auch." Sie räkelt sich auf dem Sofa, wobei ihre Speckfalten sich geradezu obszön gegen den Stoff des Kleides drängen. Es ist ein Anblick, den die moderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts aus seinem Blickfeld verbannen wollte: Pralles, üppiges Fett. Seit über vierzig Jahren setzt die Medienindustrie schön mit schlank gleich. In den letzten Jahren hat sich jedoch zunehmend eine Untergrundkultur entwickelt, die sich davon loslöst. Die erste Generation der überfütterten Net-Kids ist nun erwachsen geworden und erinnert sich mit Unbehagen an die von den Eltern aufgezwungenen Diäten und Sportprogramme; sie entdecken ein neues, fettes Selbstbewußtsein. Und die Jugendlichen, die jetzt im Teenageralter sind, verweigern sich bereits jetzt diesem Schönheitsideal. Zu verlockend sind die vielfältigen Konsumangebote, zu wenig Bewegungsmöglichkeiten bestehen, und anstatt wie ihre Eltern gegen das unvermeidliche Übergewicht durch Überfluss anzukämpfen, hat diese Generation nun beschlossen, es zu genießen.
Arietta ist die unbestrittene Ikone dieses Kults. Es ist nicht nur ihr Gesang, der die Menschen in die Konzerthallen strömen läßt. Es ist auch der Anblick dieser massigen Walküre, die ihre Kilos stolz präsentiert. Als sie beim Abschlusskonzert ihrer jüngsten Tournee vor 20.000 Zuschauern ihren Hängebauch mit den Händen hochschob, bis er zwei fette Speckfalten bildete, und sich auf offener Bühne ihr wabbelndes Fleisch massierte, brach das Publikum in spontanen Applaus aus, und viele der meist ebenfalls höchst übergewichtigen jungen Frauen machte diese Geste sofort nach. Die Behörden waren entsetzt.
"Die Institutionen sind wie eh und je völlig out of touch mit der Jugendkultur", erklärt Arietta dazu. "Dicksein hat sich abseits der Massenmedien längst etabliert und wird sich auch dort in wenigen Jahren als Trend durchsetzen – weil Dicksein einfach mehr Spaß macht als fasten. In jeder anderen Hinsicht predigt die Industrie den Genuss, nur beim Essen nicht. Das ist doch aberwitzig. Da wird der großen Masse von Frauen und Männern ein Schuldkomplex eingeimpft, weil sie das tun, wozu die Werbung sie auffordert: Sie essen. Sie gönnen sich alles. Sie werden davon dick. Na und? Es ist an der Zeit, dass wir lernen, unsere Wampen zu lieben."
Tun Sie das selbst?
Arietta streicht noch einmal über ihren samtumspannten Bauch und drückt den schwellenden Speck weiter vor. "Aber sicher."
Würden Sie offen sagen, wie viel Sie wiegen?
"Natürlich, habe ich schon des öfteren. Vor laufender Kamera von MTV ... das haben die dann aber rausgeschnitten. Gestern waren es 187 Kilo."
Ein enormes Gewicht für eine Frau von gerade erst 22 Jahren. Den überwiegenden Teil davon hat sie dabei, wie ihre Pressemappe deutlich zeigt, in den letzten drei Jahren zugelegt. "Das war eine Auswirkung des Business", meint sie. "Zum einen hatte ich mehr Geld zur Verfügung als früher – es ist ja nicht billig, sich jeden Tag richtig vollzustopfen." Sie benutzt diese Worte völlig selbstverständlich. "Zum anderen ist der Stress der Tourneen auch ein bisschen daran schuld – wenn ich nach einem guten Konzert abschalten und einschlafen will, komme ich am besten runter, indem ich mich so richtig an Schokolade, Kartoffelchips und Marzipan überfresse. Wenn ich dann so satt bin, dass ich mich kaum mehr rühren kann, kommt der Schlaf wie von selbst."
Kein Wunder also, dass der Zeiger ihrer Waage stetig und mit Rekordgeschwindigkeit nach oben ging. 2015, als ihr erstes Album entstand, wog sie "nur" 118 Kilo.
Der Arietta-Kult hat unter ihren jugendlichen Verehrern erstaunliche Auswirkungen. Junge Mädchen mästen sich geradezu mit Süßigkeiten und Hamburgern, um ihrem Idol nachzueifern, und fette Jungen schicken ihrer ungewöhnlichen Traumfrau Fotos, auf denen sie stolz ihre prallen Wohlstandswampen zeigen – eine Auswahl davon war auf dem Cover ihrer letzten CD abgebildet. "Ich habe eine ganze Galerie hübscher fetter junger Männer", erklärt Arietta. "Seit ich einmal in einem Bravo-Interview gesagt habe, dass mir Männer nur dann gefallen, wenn sie wirklich richtig fett sind, bekomme ich manchmal ganze Mappen, auf denen mir Fans ihre Gewichtszunahme zeigen. Mir gefällt das wirklich ... einige haben erstaunlich zugelegt. Mein Liebling ist ein 19jähriger Münchner, der mittlerweile 205 Kilo schwer ist und den fettesten Bauch hat, den ich bisher gesehen habe. Wir haben uns einmal getroffen, als das Jiggle [ein Untergrundmagazin, Anm. der Red.] einen Leserwettbewerb gemacht hatte, bei dem der dickste Arietta-Fan gesucht wurde. Der Preis dabei war ein Essen mit mir ... wir haben uns sehr gut verstanden, wirklich."
Das Essen steht auch bei vielen ihrer Songs im Mittelpunkt. Lustvoll beschreibt Arietta in "Dark And Smooth", wie ihr Partner sie zum Zeichen seiner Liebe hemmungslos mit Schokolade überfüttert. Völlerei als Teil der sexuellen Befriedigung – ist das für sie Realität?
"Oftmals, ja. Ein Freßorgasmus ist etwas herrliches... ich habe einige Lover gehabt, die sich darauf verstanden haben, mich bis zur Platzgrenze zu mästen, bevor sie mit mir ins Bett gingen, und das war jedesmal wieder ein wunderbares Erlebnis. Sex und Essen gehören einfach zusammen."
Carokibo
 
 
 
BESORGNISERREGENDE FRESSWELLE UNTER JUGENDLICHEN
 
Berlin(dpa). Als besorgniserregend hat Bundesgesundheitsministerin Siggemann-Wölfishofen die Ausweitung einer Untergrundbewegung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bezeichnet. Als neues Zeichen der Auflehnung gegen bestehende gesellschaftliche Zwänge, namentlich Schlankheits- und Fitnesskult sowie Leistungsdruck, haben sich deren Anhänger der öffentlichen Zurschaustellung von Genusssucht und Übermaß verschrieben. Die jungen Menschen, die sich selbst "Belly Busters", 'Fat Admirers", "Feeders" und "Feedees" nennen, mästen sich selbst und gegenseitig bis zu teilweise erheblichem Übergewicht, welches sie in provokanter Weise zur Schau stellen. Ihr Symbol ist die steinzeitliche Fruchtbarkeitsstatuette "Venus von Willendorf", eine adipöse Frauenfigur.
Nach dem Vorbild einer übergewichtigen Popsängerin, Arietta von Willendorff, pilgerten junge Frauen und Männer zu regelrechten Fressorgien, die römischen Gelagen in nichts nachstehen, so Siggemann-Wölfishofen.
Die Bundesgesundheitsministerin warnte in einem Interview vor den gesundheitlichen Risiken von übermäßiger Nahrungsaufnahme und Übergewicht und kündigte an, in Zusammenarbeit mit Schulen, Sportvereinen und Fitnessclubs umfangreiche Aufklärungskampagnen zu starten, um die Ausbreitung des sog. "Feederism" oder "Sizeism" zu unterbinden. "Uns sind rechtlich die Hände gebunden", klagt die Berliner Stadtjugenddezernentin Müller-Gebreitschiroff. "Öffentliche Zurschaustellung von Geschlechtsorganen können wir unterbinden, Zurschaustellung von Übergewicht in engen Kleidern hingegen können wir nicht verbieten, ohne unsere Grundrechte zu verletzen. Offensichtlich wird extreme Gewichtszunahme, Faulheit und Dekadenz, sowie regelrechtes Mästen und extremes Überfressen von einem grossen Prozentsatz der Jugendlichen als sexuell anregend empfunden; als Erkennungszeichen solcher Personen, 'feeders' und 'feedees', gilt das offensichtliche Kneten und Reiben der Fettpolster an Bauch und Hüften."
Die Stadtjugenddezernentin beklagte weiter, dass vor allem jene Jugendliche, die früher der Punk-und Dark-Cult-Szene agehört hätten, die gesellschaftliche Ablehnung von Übergewicht zur Provokation nutzten, im Bewusstsein, mit dem Zurschaustellen von Hängebäuchen das ästhetische Empfinden in obszöner Weise zu verletzen, ohne dafür rechtlich belangt werden zu können.
"Viele wissen gar nicht, was sie sich da antun", so die Dezernentin, "teilweise fressen sich 16-jährige Mädchen schon so fett, dass sie nicht mehr laufen können!".
 
 
 
Aus der BRAVO (23/2015):
 
DIE NEUE TRENDWELLE: FATTENING!!!
 
Nach piercing und branding macht sich in der neuen Sizeism-Trendwelle jetzt eine neue Mode breit, die frech und aufmüpfig ist - Fattening! "Es ist toll", schwärmt die 21-jährige Simone, "total sexy, so mit dem eigenen Körper zu spielen, sich rund zu futtern, und das viele gute Essen zu genießen!". Dabei reibt sie sich den molligen Kugelbauch, der zwischen ihren prallen Jeans und dem engen Streifentop hervorquillt und durch ein freches Bauchnabelpiercing geschmückt wird.
Ausnahmsweise kommt der neue Trend nicht aus den Vereinigten Staaten, sondern aus Deutschland und England, ähnlich wie die Punk-Bewegung. Wie die "modern primitives", die ihre Gruppenidentität in ritualartiger Körperveränderung wie Piercing, Tattoos etc. suchen, lehnt sich "Fattening" an archaische Fruchtbarkeits- und Nahrungskulte an, die in Teilen Zentralafrikas noch heute praktiziert werden. "Feeding-Cult-Ringe" veranstalten regelrechte Mastorgien; manche Mädchen, Anhängerinnen der übergewichtigen Pop-Ikone Arietta von Willendorff, lassen sich sogar wochenlang in "Fattening Rooms" einschließen und werden von ihren Verehrern mit Unmengen von Essen kugelrund gemästet.
BRAVO hat eine die 20 jährige Tamara interviewt, die an einem solchen Ritual teilnimmt.
Wir betreten den Raum, in dem ein bequemer Liegestuhl steht; vor dem Fenster steht lebensgroß eine Kopie der Venus von Wilendorff mit ihrem enormen Kugelbauch.
B: Wie lange willst Du hierbleiben?
T: Zwei Wochen - ich bin schon ganz aufgeregt! (Sie reibt sich stöhnend ihren beachtlichen Bauch, der aus ihren offenen Jeans herausquillt.) Ich habe mich die ganze letzte Woche lang vollgestopft und zwei Kilo zugenommen - ich wollte einen schönen runden Bauch für das Ritual haben und einen gedehnten Magen.
B: Wozu?
T: Ich werde fünfmal täglich gefüttert, bis ich nicht mehr kann - es ist ein unglaublich tolles Gefühl, mit so gespanntem Bauch dazuliegen, und von den kleinen Novizinnen (Neulinge beim Feeding-Ring, Anm.d.Red.) bewundernd die bis zum Platzen volle Wampe gerieben zu bekommen!
B: Gab es irgendwelche Voraussetzungen für das Ritual?
T: Ich habe hier als Novizin angefangen, da hatte ich mich selbst von 58 auf 68 Kilo hochgefressen - alle haben meinen Bauch befühlt und ich musste bei einem Treffen bei Vollmond eine riesige Schüssel Pudding ausessen, damit war ich aufgenommen und der Venus von Willendorff geweiht. Seitdem haben meine Freunde mich auf stolze 83 Kilo gefüttert – immer wochenends, bei unseren geheimen Treffen.
B: Wieviel willst du zunehmen?
T: Ich möchte so fett wie die Venus werden, will nur noch gemästet in der Ecke liegen, behäbig und schwer, und essen, essen, essen - es ist wie ein Orgasmus, kaum noch atmen zu können! In den zwei Wochen will ich versuchen, mich auf 95 Kilo zu mästen. Dazu muss ich pausenlos fressen! Die Novizinnen werden mich ermuntern, noch mehr zu essen, und den Bauch reiben, damit noch ein bisschen mehr hineinpasst!
B: Werdet Ihr das Ritual am Ende feiern?
T: In den letzten zwei Tagen feiern wir das "Fest des vollen Mondes", bei dem ich zwei Tage lang von unserem "Priester", der selbst schon über vier Zentner wiegt, nach allen Regeln der Kunst mit den köstlichsten Sachen gemästet werde. Er wird am Ende seine Hände erst auf meinen zum Platzen gemästeten Bauch legen, dann auf den der Venus-Statue. Danach bin ich ein vollwertiges Mitglied des Venus-Ringes, und darf Novizinnen auswählen und sie auf ihrem "Weg der Göttin" (das weitere Zunehmen, Anm. d. Red.) begleiten!
B: Ist das eine Religion?
T: (kichert) Nein, aber eine prickelnde Erfahrung, ursprünglich, einfach geil... wie Sex in einer Vollmondnacht am Lagerfeuer! (lacht)
B: Danke, Tamara!
 
In der nächsten Ausgabe zeigen wir tolle Tipps zum Zunehmen und enge Kleider, die den Bauch richtig zur Geltung bringen und beim Futtern mitwachsen! Voll im Trend: Jeans, die von vornherein zu eng sind, über dem Bauch offen stehen lassen!
 


Schlaraffine bedankt sich beim Käptn für den Agenturbericht und den Bravo-Report!


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