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Idaho und Georgia

Es war kurz nach der Weihnachtszeit, dass eine junge Weihnachtselfe zum ersten Mal in die tiefen Gewölbe der Werkstätten kam. Einige Jahre lang hatte sie in der Auslieferung von Geschenken gearbeitet, einem sehr anstrengenden Bereich der alljährlichen Weihnachtsproduktion. Zwar glaubt man auf der Erde, dass die Elfen nach kurzer Saison den größten Teil des Jahres frei hätten, aber das ist nicht so: Sie sind über das ganze Jahr mit Vorbereitungen beschäftigt, lagern Geschenke ein, sortieren und sammeln. Die kleine Weihnachtselfe in unserer Geschichte hatte gut gearbeitet und war als sehr fleißig bekannt, und daher war sie nun auch befördert worden: Statt Geschenke auszuliefern, sollte sie nun Wünsche erforschen und die jährlichen Listen zusammenstellen, nach denen „der Alte“, wie man den Weihnachtsmann hier oben meist respektvoll nannte, seine Päckchen verteilte.

„Du bist sicher die neue Idaho?“, fragte sie. Der Neuling nickte und zog die Tür hinter sich zu. „Ich bin Georgia. Na ja, eigentlich heiße ich Silea. Aber das klingt so spießig elfisch … wir nennen uns hier meist nach dem Gebiet, das wir betreuen.“
„Ich heiße Sepia.“
„Schöner Name“, sagte Georgia und gähnte, bevor sie Idaho zu sich heranwinkte. „Ich soll dich einweisen, hat der Alte gesagt. Dir wird es hier sicher gefallen – es ist ein schöner Job. Allerdings … na ja, dein Gebiet ist ein bisschen arbeitsreich.“
„Ich habe nie dorthin geliefert“, sagte Idaho. „Ich war vor allem in Europa unterwegs.“
„Muss auch schön sein.“
„Ist es auch.“
„Hoffentlich fehlt es dir nicht, so viel draußen zu sein. Aber wie gesagt, wir haben es hier sehr nett. Die Arbeit ist sehr spannend, und man kann es sich dabei sehr gemütlich machen … du wirst schon sehen.“
Georgia stand nun auf und legte ein paar Kissen auf der anderen Seite des runden Tisches zurecht. Sie war wirklich erstaunlich rundlich, und ihr hübsches Kostüm spannte ein wenig über dem kleinen Bäuchlein und den etwas ausladenden Hüften. Idaho strich sich unbewusst über eigenen flachen Bauch, während sie es sich auf dem weichen Sitz gemütlich machte. Mitten auf dem Tisch befand sich, zur Hälfte in die Platte eingelassen, eine große Kugel unbestimmter Farbe, die von innen heraus zu glühen schien. „Der Weltenblick ist unser wichtigstes Werkzeug“, erklärte Georgia, die sich nun neben Idaho niederließ. Idaho spürte ihre Nähe, und sie faszinierte es, wie das leicht höhere Gewicht der anderen Elfe die Polster herunterdrückte. Georgia roch nach Zimt, oder jedenfalls bildete Idaho sich das ein. Die Kugel wechselte plötzlich die Farbe, und es schien, als sähe man von sehr weit oben auf die Erde mit ihren blauen Meeren und den grünbraunen Landmassen, die weiße Wolkenfelder überzogen. Georgia bewegte ihre Hände über die Kugel, und wieder änderte sich das Bild. „Lass sehen … ich komme schon fast automatisch auf Georgia! Du musst dich nur konzentrieren … sieh mal, hier hast du den Blick auf Idaho. Dort liegt Boise, Potacello, Idaho Falls … Du kannst dir jede noch so kleine Stadt zeigen lassen.“ Die Felder und Wiesen, die eben noch zu sehen gewesen waren, wichen kleinen Straßenzügen, sauber abgezirkelten Rasenflächen, roten Dächern. Silea tippte auf ein Haus. „Abra“, raunte sie. „Das ist der einzige Befehl, den du kennen musst – siehst du, dann kannst du durch die Wände sehen, und mit ein bisschen Übung wirst du verstehen, was die Menschen sich wünschen … ich muss immer aufpassen, dass ich mich nicht verzettele, aber du hast jetzt erst einmal Zeit, dich einzugewöhnen und den Blick zu beherrschen. Guck dir ruhig an, mit wem du es zu tun hast, pass nur auf, dass du keine Lieblinge hast, das kann der Alte nicht leiden.“

Idaho verbrachte den ganzen Tag und einen großen Teil der nächsten Woche damit, die Arbeit mit dem Blick zu üben. Die Konzentration strengte an, auf andere Art als die körperliche Arbeit in der Auslieferung. Sie war froh, wenn Georgia am Abend ein Tuch über den Weltenblick breitete und sie in die Halle gingen, um mit den anderen zu essen. Die Wunschermittler waren eine lustige Gesellschaft, die Idaho freundlich aufnahm, und sie genoss die abendlichen Versammlungen. Zudem war das Essen ausgezeichnet. Sie wurden hier von den Köchen versorgt, die auch die Weihnachtsbäckerei betrieben, und daher waren die Speisen in der Regel süß und ein wenig schwer, aber immer wieder schlicht unwiderstehlich.
Die Weihnachtsbäckerei lieferte auch regelmäßig Backwerk an die Wunschermittler, denn zumindest für die Abteilungen, die die USA versorgten, gehörte eine bestimmte Art von Gebäck seit Jahrzehnten zu jeder Geschenklieferung dazu. Georgia knabberte oft etwas von den guten Sachen, die man ihr hinstellte, während sie sich durch ihr Gebiet scrollte. Idaho musste sich noch zu sehr konzentrieren, um nebenbei etwas genießen zu können.
In der zweiten Woche sah der Alte bei ihr vorbei. Er begrüßte sie auf seine altväterliche Art, von der Idaho sich nie sicher war, ob er wirklich so war, oder ob sie nicht einfach zu seiner Rolle gehörte, und er fragte sie, ob sie sich eingelebt hatte und wie es ihr ging. Dann beugte er sich mit ihr über den Weltenblick.
„Wir haben Schwierigkeiten mit deinem Gebiet, Idaho“, sagte er mit seiner tiefen Stimme. „Ich habe Briefe besorgter Eltern bekommen, die mich bitten, Kindern keine Süßigkeiten mehr zu schicken.“
„Aber warum denn das nicht?“, fragte Idaho ehrlich entsetzt. Lebkuchen, Schokolade, Nougat, Fondant – das gehörte doch zu jeder Weihnachtslieferung! Ohne etwas Süßes war das Fest der Liebe kein richtiges Fest!
„Nun ja, sieh einmal hier“, sagte er und ließ sie in einen länglichen Raum blicken, in dem etwa zwanzig Stühle mit kleinen Arbeitsflächen standen; Schüler saßen dort und blickten an eine Tafel. Idaho blickte in die West Lewiston High, eine typische Schule, und sah fragend den Alten an. „Sieh dir diese jungen Leute einmal genau an. Sind sie nicht etwas … nun ja, schwergewichtig?“
Tatsächlich waren unter den 14- oder 15-jährigen Jungen und Mädchen einige mit bereits sehr üppigen, breiten Bäuchen; einer der Jungen war sogar so dick, dass der Klapptisch seinen enormen Wanst einzwängte. Weiter hinten an der Wand saßen zwei Mädchen, die T-Shirts trugen, die sich über ihrem Busen spannten und in den Speck ihrer Oberarme einschnitten.
„Nun ja, nach neusten Erkenntnissen sind unsere Weihnachtsleckereien vielleicht nicht ganz unschuldig daran, dass sie derart in die Breite gegangen sind.“ Der Alte ließ sich leicht ächzend auf den Kissen nieder; er war zu groß für die kleinen Räume der Weihnachtselfen, und Idaho wurde sich bewusst, dass auch er einen ganz schönen Ranzen mit sich herumtrug. Vielleicht nicht so wie dieser Junge in Idaho – sie sah noch einmal hin – aber auch nicht wenig. „Wir backen diese Leckereien nach einem uralten Rezept. Schon die Gründerväter haben wir damit versorgt. Aber damals haben die Menschen noch hart körperlich gearbeitet, und vor allem waren unsere Geschenke etwas Kostbares … niemand aß sie auf einen Sitz. Sie wurden aufgehoben und ganz allmählich erst verzehrt. Tja, und heute essen viele unserer Beschenkten unsere Leckereien gleich am Weihnachtsabend … und das steigert ihren Appetit für das ganze restliche Jahr.“ Er seufzte. Georgia hatte mit dem Essen aufgehört und sah zu ihnen hinüber. „Deswegen müssen wir gerade in solchen Gebieten wie Idaho, wo bereits sehr viele Menschen zu dick sind, etwas vorsichtiger werden, verstehst du?“
„Natürlich“, nickte Idaho, aber sie machte ein bedauerndes Gesicht. Die vielen herrlichen Sachen, die sie hier bekam, sollte sie nun gar nicht verschenken dürfen? Das war wirklich schade.
Der Alte klopfte ihr auf die Schulter. „Wusste ich es doch, dass ich mich auf dich verlassen kann“, sagte er und erhob sich mit leichtem Schnaufen.

Als er gegangen war, sahen sich Idaho und Georgia an. „Das ist nicht schön“, sagte Idaho schließlich. „Man muss doch Weihnachten Plätzchen essen dürfen.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die überhaupt daran schuld sind, dass die Menschen immer dicker werden“, fügte Georgia hinzu und sah mit einem halben Blick zu dem Teller mit Gebäck, der neben ihr auf dem Tisch stand.
„Na ja, der Alte hat schon recht, sie sind dick“, sagte Idaho etwas unentschlossen und sah wieder in das Schulzimmer. Sie merkte, dass sie jetzt schon unbewusst Wünsche wahrnahm: hauptsächlich elektronisches Spielzeug, MP3-Player, Computerspiele, digitale Kameras. Aber sie fing unterbewusst noch andere, kurzfristige Wünsche auf: Vorfreude auf Hamburger in der Mittagspause, auf den Schokoriegel in der Schultasche, auf einen Besuch bei Taco Bell nach dem Unterricht.
Georgia war aufgestanden und sah ihr über die Schulter. „Und das ist überall so?“
Idaho richtete den Weltenblick weg von Lewiston nach Boise, zum Stadtzentrum, in eines der Apartmenthäuser. Hier sah sie viele dünnere Menschen, meist junge Erwachsene, aber auch wieder einige Übergewichtige. Georgia zuckte die Achseln. „Ein paar Dicke gibt es bei mir auch. Eigentlich auch schon ziemlich viele.“
Sie beide sahen jetzt weiter in die Vorstädte, und Idaho murmelte „abra“, als sie ein hübsches großes Haus auf einer breiten Rasenfläche betrachtete. Gerade hielt ein Taxi vor der Auffahrt, und die beiden Elfen sahen, wie der Fahrer Koffer auslud, während eine Frau aus dem Wagen stieg. „Sie ist doch auch höchstens mollig“, murmelte Idaho. Die Frau war noch jung, sie schätzte sie auf Anfang zwanzig, und sie hatte zwar einen breiten Po und stämmige Schenkel, aber sie war auf keinen Fall so übermäßig dick, dass ihr ein paar Plätzchen hätten schaden können.
„Sie nicht“, sagte Georgia und zog eine Augenbraue hoch, und Idaho sah sofort, wen sie meinte.
Im Flur, in den sie beide hineinblicken konnten, stand eine zweite Frau mit deutlich mehr Gewicht. Sie hatte ein rundes Gesicht und ein ausgeprägtes Doppelkinn; die weite Bluse umspielte ihren Körper und zeichnete bei ihren Bewegungen breite Hüften ab.
„Na schön“, sagte Idaho und wollte fortfahren, aber dann stockte sie. Mit offenem Mund sah sie auf den Weltenblick. „Das gibt es ja nicht“, brachte sie dann heraus. Die beiden Frauen umarmten sich. Sie küssten sich auf den Mund.
„Hast du noch nie zwei Frauen gesehen, die sich lieben?“, fragte Georgia sanft. Ihr Atem streifte Idahos Hals. Idaho sah wie gebannt den beiden Frauen zu und antwortete nicht.

Kurz, bevor Georgia gewöhnlich das Tuch über die Kugel deckte, kam eine der Elfen von der Bäckerei und brachte einen neuen Korb mit Leckereien. Georgia nahm ihn dankend in Empfang; er enthielt Stollen, Lebkuchen, Fondantherzen und kleine Marzipanrollen, aber auch die besagten Weihnachtsplätzchen. Sie lächelte und packte ein paar davon auf einen Teller, gut gemischt mit dem Marzipan, und stellte ihn Idaho hin, die noch immer konzentriert zu arbeiten schien. Dann machte sie es sich wieder auf ihrer Seite der Kissen gemütlich. Verstohlen sah sie gelegentlich zu ihrer Kollegin hinüber, während sie selbst ein Stück Stollen probierte. Idaho war noch immer auf Wunschsuche und hatte gerade eine Familie mit vier Kindern besucht, die zur Abwechslung eher altmodische Geschenke wollten – einen Teddybären, Barbies, Spielzeugautos – aber in Gedanken war sie mit anderen Dingen beschäftigt. Und schließlich, als sie sich unbeobachtet glaubte, kehrte sie zu dem großen Haus am Stadtrand von Boise zurück.
Dort war alles dunkel, nur im Wohnzimmer brannte gedämpftes Licht. Sie spürte ein seltsames Kribbeln, als sie „abra“ flüsterte, als sei es unrecht, sich noch einmal dort umzusehen. Gewissermaßen war es das auch; der Weihnachtsmann beschenkte schließlich nur die Kinder. Aber vielleicht hatte die Frau ja Kinder? Sie legte ihr Schreibzeug bereit und bemerkte nun den Teller auf dem Tisch. Plätzchen und Marzipan waren zu einem kleinen Häufchen aufgeschichtet. Auf dem Rand lag ein einzelnes Fondantherz. Ohne nachzudenken nahm Idaho ein Marzipanröllchen und biss hinein. Das süße Aroma umspielte ihre Zunge, das feine Mandelmehl gab ihren Zähnen leicht nach. Sie waren köstlich.
Doch die Kugel lenkte sie ab. Sie sah die beiden Frauen, die es sich beide auf einem breiten, L-förmigen Sofa gemütlich gemacht hatten. Die dickere der beiden saß zurückgelehnt da, die schlankere hatte sich ausgestreckt, und ihr Kopf ruhte auf den schweren Schenkeln ihrer Freundin, die ihr Pralinen in den Mund schob. Idaho merkte nicht, dass sie den beiden eine lange Zeit zusah, aber sie naschte dabei von dem Gebäck; erst spät merkte sie, dass ihr auch die materiellen Wünsche der beiden offen lagen – einen Morgenmantel einer bestimmten Marke für die ziemlich Mollige, eine Dünndruckausgabe eines britischen Dichters für die weniger Mollige. Dann spürte sie noch einen Wunsch, und ihre Handrücken begannen zu prickeln.
„Bist du fertig für heute?“, fragte Georgia in diesem Moment von der anderen Seite des Tisches. Idaho sah mit einem Ruck auf.
„Äh, fast.“ Sie hielt das Fondantherz hoch. „Danke.“ Erst jetzt stellte sie fest, dass der Teller ansonsten leer war, und sie spürte, dass ihr Magen ausgesprochen gut gefüllt war. Pro forma machte sie noch ein paar Notizen auf ihrem Block. „Du kannst zudecken“, sagte sie dann, und Georgia breitete das Tuch über der Kugel aus, bevor sie ins Refektorium zum Essen gingen.
Wie immer war der Tisch dort reichlich gedeckt. Es roch nach Zimt und Puderzucker, und nach in Fett ausgebackenen Pfannkuchen. Idaho hatte keinen Hunger mehr, nicht nach der reichlichen Portion Gebäck. Aber der Geruch machte ihr Appetit, und sie nahm sich eine nicht zu kleine Portion der fruchtgefüllten Pfannkuchen und begann zu essen. Neben ihr saß wie immer Alaska, und Idaho erkannte, als sähe sie es zum ersten Mal, dass sie ebenso stämmig war wie Georgia. Eigentlich, überlegte sie, waren viele Elfen der Wunscherfassung recht gewichtig; sie kannte das aus der Auslieferung nicht, dort waren alle dünn. Sie genoss die Gesellschaft hier sehr, es schien lockerer und lustiger zuzugehen, und sie gestand sich ein, dass es hier, wo sie alle so zusammen saßen, einfach besser schmeckte als früher.
„Du langst ja ganz schön zu“, sagte Alaska lächelnd. „Deine Vorgängerin hat es sich auch immer sehr schmecken lassen.“
Idaho hielt eine Gabel auf halbem Wege zum Mund an. „Was ist eigentlich aus ihr geworden?“, fragte sie.
„Die alte Idaho? – Sie hat sich versetzen lassen, sie wollte wieder eine Arbeit machen, die sie körperlich mehr fordert. Die Wunscherfassung ist geistig sehr anstrengend, und sie war lange hier. Zudem war sie hier sehr, na ja, bequem geworden …“ erzählte Alaska und grinste ein wenig.
„Bequem ist gut“, sagte jetzt Ohio von der anderen Seite. „Sie war fett!“
„Sie soll aber jetzt wieder dünn geworden sein“, ergänzte Alaska. „Sie fühlt sich da sehr wohl bei den Verpackerinnen.“
Idaho spürte ihren vollen Bauch, der ein wenig gegen ihr eng geschnittenes Kostüm zu drücken schien, und einen Augenblick überlegte sie, den Teller zur Seite zu schieben. Aber der Moment ging vorbei, und sie aß weiter.

Später gingen Idaho und Georgia wieder in ihren Raum zurück, um sich die Kissen rund um den Tisch zu Schlafstellen umzubauen. Beim Aufstehen merkte Idaho noch stärker, wie überaus satt sie war, und es bereitete ihr beinahe etwas Mühe, die Kissen zurechtzuziehen. Als sie sich gemütlich ausgestreckt hatte, löschte Georgia das Licht. Nur der Weltenblick glühte leicht und tauchte den Raum in rötliches Licht. Idaho wollte schlafen, aber ihr Bauch drückte ein wenig zu sehr, und die Augen wollten ihr einfach nicht zufallen. Unwillkürlich kehrten ihre Gedanken zu den beiden Frauen aus Boise zurück.
Wie sie sich begrüßt hatten, ging ihr nicht aus dem Kopf. Aber es war nicht nur der Kuss gewesen. Als sich Georgia wieder an ihren Platz begeben hatte, hatte Idaho weiter zugesehen. Die beiden hatten sich geküsst und eine Weile in ihrer Umarmung verharrt. Inzwischen war sie gut genug im Wunscherfassen, dass es ihr keine Schwierigkeiten mehr machte, Gespräche zu verfolgen. Namen erschlossen sich ihr schnell, und sie fand schnell heraus, dass die junge Frau, die mit dem Taxi angekommen war, Mariah hieß, und die üppige Besitzerin des schönen Hauses Alison. Sie staunte noch über die Innigkeit der Umarmung und über Georgias selbstverständliche Erklärung, als sie sah, wie Mariah ihre Hände an Alisons Rippen herunter über die Taille und die Hüften gleiten ließ.
„Du hast nicht übertrieben, Süße“, murmelte sie dabei. „Du meine Güte, hast du zugenommen.“
Alisons Hände wanderten ebenfalls abwärts. „Du aber auch. Mehr, als ich dachte.“
„Du hattest Recht. Als ich wieder zu Hause war, hatte ich viel mehr Hunger als früher. Ich habe mich so daran gewöhnt, so richtig viel zu essen.“
„Du bist gefräßig geworden bei mir.“
„Und fett.“
„Du bist noch nicht fett“, lachte Alison. „Ich bin fett, du noch lange nicht. Sag – wie viel hast du angesetzt?“
Mariah zögerte, aber nicht aus Scham, wie Idaho zuerst vermutete, sondern eher aus Koketterie. „Sechseinhalb Kilo.“
„Zeig mir, wo sie sind.“ Alison strich über Mariahs Bauch. „Tatsächlich. Du gieriges kleines Ding.“
„Und du? Sei ehrlich, du hast doch auch weiter viel zu viel in dich reingestopft …“
„Du kennst mich doch“, lachte Alison jetzt. „Wir haben uns ein halbes Jahr nicht gesehen – da fresse ich mir doch mehr an als nur sechs Kilo.“
„Sondern?“, schnurrte Mariah. „Spann mich nicht so auf die Folter. Sag mir, wie viel du wiegst.“
„Schätze lieber.“ Die beiden waren ins Haus gegangen und hatten die Tür geschlossen, und nun, nur noch von Idahos Augen beobachtet, strich Mariah über Alisons Rundungen, und die Wangen der Elfe begannen zu glühen. Mariah nahm sich Zeit. Idaho hatte wegsehen wollen, aber sie war zu fasziniert von dem, was ihr der Blick offenbarte. Mariah öffnete die weite Bluse, die Alison trug, und Idaho sah seidenglänzende Spitzenunterwäsche, die sich knalleng über üppige Brüste und über breite, dicke Speckrollen spannte – nicht nur knalleng, zu eng. Mariah strich über Alisons Fett.
„Die habe ich dir geschenkt … sie hat dir im Sommer so gut gepasst.“
„Ich habe höllisch lang gebraucht, um überhaupt noch hineinzukommen.“
„Das sehe ich.“
„Also, was schätzt du?“
„Im Sommer hattest du 108 Kilo … wenn es jetzt mehr als sechs sind … 115?“
Alison lächelte, und sie streckte den Bauch heraus, so dass die Seide noch mehr glänzte. Idaho bildete sich ein, dass die Nähte des Hemdchens knackten.
„117.“
„Wer ist dann hier gierig? Wow … du hast dich wirklich fett gefressen.“
Idaho wurde sich plötzlich bewusst, dass sie sich die Hände auf den eigenen Bauch gelegt hatte. Ihr Magen verdaute eine große Portion Plätzchen und das reichliche Abendessen. War es Einbildung, oder war sie nicht mehr ganz so schlank wie vor zwei Wochen, als sie ihre Arbeit hier aufgenommen hatte?
Georgias Stimme drang zu ihr herüber. „Kannst du nicht schlafen?“
„Nein“, gab Idaho zu. „Ich glaube, ich habe zu viel gegessen.“
„Das kann ich mir denken“, sagte Georgia. „Du hast wirklich ganz schön viel gefuttert. Aber das bringt dieser Job hier ein bisschen mit sich. Vielleicht hat der Alte Recht, und es liegt an diesen Plätzchen … und nicht nur Menschen werden davon dick, sondern auch wir.“
„Wie war es bei dir – bist du dicker geworden, seit du hier arbeitest?“
„Ja, ein wenig schon. Na ja, um ehrlich zu sein, nicht nur ein wenig. Alaska hat auch ziemlich zugelegt, und deine Vorgängerin … die konnte keine Schüssel mit Naschwerk stehen lassen, ohne sich etwas zu gönnen. Sie war schließlich richtig dick und fett und trug einen enormen Speckbauch vor sich her.“
„So wie die Frau, die wir heute in Boise gesehen haben?“, fragte Idaho nach einer Pause.
„Schon ein bisschen mehr.“
Für kurze Zeit senkte sich Stille über den Raum.
„Georgia?“, sagte Idaho dann. „Macht es dir etwas aus, dass … dass du zugenommen hast?“
„Nein, nicht sehr. Irgendwie fühlt es sich … richtig an. Wieso?“
„Ach, nur so.“
Wieder waren sie still. Idaho drehte sich noch immer hin und her, bis Georgia schließlich wieder sprach.
„Drückt dich dein Magen sehr?“
„Geht so.“ Die Kissen auf Georgias Seite raschelten, und Idaho sah, wie sie zu ihr hinüber kam. Georgia setzte sich neben sie.
„Lass mich deinen Bauch ein wenig streicheln. Der ist aber wirklich prall. Du bist nicht gewöhnt, so viel zu futtern. Tut das gut?“
Idaho konnte darauf nicht antworten. Georgias Nähe verwirrte sie. Es war nicht allein ihre Hand, die ihr ein warmes Wohlgefühl vermittelte, auch wenn es angenehm war, wie sie ihr den vollen Magen rieb. Es dauerte, bis sie sich darauf einlassen konnte, doch dann nickte sie. Sie sprachen nicht mehr und schliefen beide auf Idahos Kissen ein.

Als Idaho am Morgen aufwachte, war Georgia schon aufgestanden. Die beiden sprachen nicht über das, was am Abend vorher geschehen war, sie gingen nach einem kurzen Frühstück beide ihrer Arbeit nach. Idaho nahm sich fest vor, sich nicht mehr weiter um Mariah und Alison zu kümmern und auch nicht mehr an den Wunsch zu denken, den sie gespürt hatte. Sie nahm sich die Highschools in der Innenstadt von Idaho Falls vor und arbeitete systematisch die Klassenzimmer ab. Dabei versuchte sie, nicht zu registrieren, wie viele der Kinder wirklich schon enorm übergewichtig waren, aber ihr Blick blieb dennoch hauptsächlich bei ihnen hängen – bei denen mit den runden Gesichtern, den speckigen Armen und den vorstehenden prallen Bäuchen, die sich träge bewegten. Es fiel ihr leichter, die Wünsche der runderen Kinder zu erfassen – es war beinahe, als wünschten sie sich mehr, oder intensiver.
Sie bemühte sich auch, nicht mehr so viel zu essen wie am Abend zuvor, und das gelang ihr auch, zumindest zunächst. Die Bäckerei lieferte weiterhin Leckereien, und Georgia naschte immer ein wenig davon; sie stellte wie am Vortag Plätzchen für Idaho hin. Es dauerte nicht lange, bis Idaho wieder davon probierte. Schließlich futterte sie auch abends wieder reichlich, und als sie abends auf ihren Kissen lag und ihren vollen Magen spürte, kehrten ihre Gedanken zu den beiden Frauen in Boise zurück. Sie sah hinüber zu Georgia, die ihre Korsage abgelegt hatte und das linke Bein aufgestellt hatte, um ihren Strumpf abzurollen. Die Speckschicht über ihrem Bauch schob sich dabei ein wenig zusammen und bildete zwei gut erkennbare Fettrollen. Georgia nahm ein Fondantherz, steckte es sich in den Mund und rollte dann den zweiten Strumpf hinunter. Idaho sah ihr zu, wie sie kaute, und unwillkürlich dachte sie darüber nach, ob Georgia weiter zunehmen und noch dicker werden würde. Wie sie aussehen würde, wenn ihre Schenkel noch umfangreicher würden, als sie schon waren, ihre Hinterbacken noch praller und ihr Bauch noch feister? Es vermischte sich die Erinnerung an Alison mit ihrem fülligen Körper und die rundliche Georgia. Idaho wurde heiß.
Auf der anderen Seite des runden Tisches kuschelte sich Georgia in ihre Decken. „Gute Nacht“, raunte sie zu Idaho hinüber. Sie schien zu spüren, dass ihre Kollegin noch wach war. „Hast du wieder ein bisschen zu viel gegessen?“
Idaho hatte. Und selbst, wenn das nicht so gewesen wäre, hätte sie es vielleicht behauptet, nur, damit Georgia wieder zu ihr herüberkam. „Ein bisschen“, gab sie also zurück. Wenig später schlüpfte Georgia unter ihre Decke. „Zeig mir deinen Bauch“, flüsterte sie ihr zu und strich mit ihren warmen Fingern über Idahos prallen Magen. „Du wirst ganz schön gefräßig.“ Ihre Worte erinnerten Idaho an Alison. „Du bist gefräßig geworden bei mir“, hatte die zu Mariah gesagt und deren neue Kilos bewundert. Gefiel es Georgia vielleicht auch, dass sie … dick wurde? Bildete sie es sich ein, oder zwickte Georgia sie in die dünne Fettschicht über ihrem Magen, die sie sich in den letzten Wochen zugelegt hatte? Diesmal fiel es ihr leichter, sich unter den streichelnden Händen zu entspannen. Fast wäre sie eingeschlafen, als sie Georgia wieder neben sich hörte.
„Hast du die beiden Frauen noch einmal angesehen?“ Idaho musste nicht fragen, welche Frauen sie meinte. Sie antwortete nicht gleich, und Georgia zog daraus die richtigen Schlüsse. Dann sagte sie etwas sehr Überraschendes. „Ich auch.“
Idaho lag wie versteinert da. Georgias Hand lag noch auf ihrem Bauch, der sich voll und viel zu satt anfühlte, ihr aber eine Schwere gab, die ihr ein seltsames Wohlgefühl vermittelte.
„Warum?“, fragte sie schließlich.
„Sie haben mich fasziniert. Ich habe ihren Wunsch gespürt.“
„Ich auch. – So etwas habe ich noch nie erlebt.“
„Ich habe nicht gewusst, dass es anderen so geht wie mir. Dass andere sich wünschen … dick zu werden.“
„Alison und Mariah wollen nicht nur dick werden … sie mästen sich geradezu“, raunte Idaho, obwohl niemand da war, der sie hätte hören können.
„Ich weiß … ich habe ihnen zugesehen … sie haben sich Takeaway von Taco Bell geholt und unmäßig viel mexikanisches Fastfood in sich hineingestopft. Mariah war irgendwann satt … nach drei großen Fajitas und jeder Menge Nachos mit Käse und Guacamole. Daraufhin hat Alison angefangen, ihr noch ein paar Tacos in den Mund zu stecken … sie hat ihr den Bauch massiert und sie gefüttert und gefüttert, bis Mariah genudelt war wie eine Weihnachtsgans. Sie musste sich die Hose aufmachen, und dann konnte ich sehen, wie ihr Bauch den Reißverschluss auseinander gedrängt hat.“
„Alison versucht, die Wäsche zum Platzen zu bringen, die ihr Mariah gekauft hat“, erinnerte sich Idaho.
„Das ist fast so weit“, sagte Georgia. Die beiden sahen sich im Halbdämmer des Weltenblicks an, und sie hatten beide denselben Gedanken. Sie standen auf und zogen das Kissen und die Decken näher an den Tisch. Georgia zog das Tuch weg, und Idaho öffnete den Blick auf Alisons Haus.
Das Wohnzimmer war dunkel. Es war kurz vor Mitternacht, und Idaho lenkte den Blick jetzt auf das Schlafzimmer im ersten Stock. Die beiden Elfen kauerten sich nebeneinander, und Georgia hatte den Arm um Idaho gelegt. Sie wussten, dass sie etwas Verbotenes taten; der Alte hätte sie scharf zurückgewiesen, denn die Elfen waren angewiesen, die Privatsphäre der Menschen zu achten. Schlafzimmer waren tabu.
Das obere Stockwerk war hell erleuchtet, und die Badezimmertür war nur angelehnt; Mariah stand vor dem Bett und zog sich aus. Ihre Jeans hatte rund um die Taille hellrote Druckstellen hinterlassen. Georgia stieß Idaho an. „Sie hat schon wieder mehr zugenommen. Sieh dir bloß mal ihren Bauch an.“
„Kein Wunder, wenn sie beide so viel essen, wie du sagst.“
Das Licht im Flur ging aus, und Alison trat herein. Sie trug wieder eine weite Bluse, die ihre Hüften kaschierte, aber die Stretchhose darunter zeigte, wie massig ihre Schenkel und Waden waren. Sie betrachtete Mariah, die in BH und Höschen dastand.
„Mein dicker Moppel“, sagte sie zärtlich und zog Mariah vor den großen Spiegel. „Du wirst herrlich dick, meine Süße.“ Ihr Finger glitt über die Druckstellen am Bauch. „Deine Jeans wird dir bald nicht mehr passen.“
„Die kneift schon so sehr.“
„Seit du hier bist, isst du ja auch ununterbrochen. Hast du dich schon gewogen?“ Mariah schüttelte den Kopf. „Dann komm.“
Alison bückte sich, um die Waage unter dem Bett hervorzuziehen, und stieß dabei einen leichten Seufzer aus; ihr Übergewicht machte sie träge. Idaho versuchte derweil, den Blickwinkel zu ändern, aber das gelang ihr nicht. Die beiden Elfen rutschten noch näher an den Weltenblick. Mariah trat auf die Waage, die ihren Blicken verborgen blieb.
„Wow“, machte Alison und strich jetzt über Mariahs massiger gewordenen Po. „Als du kamst, hattest du 84 Kilo drauf … und jetzt schon 88!“
„Zehn Tage, und vier Kilo!“, hauchte Georgia. „Sie muss noch mehr gefressen haben, als ich vermutet hatte.“
Alison war jetzt hinter Mariah getreten, die sich wieder im Spiegel besah. „Da wundert es mich nicht, dass du ein paar Dehnungsstreifen bekommen hast. Dein süßer Hintern ist offenbar massiv gewachsen. Hier sind so hübsche Streifen …“
„Du hast ja auch einige, wenn ich an deinen Dickbauch denke“, gab Mariah zärtlich zurück. Sie ließ ihren Speck leicht zittern, indem sie ihre Speckröllchen am Unterleib hochschob und dann wieder sacken ließ, und sah sich das Resultat im Spiegel an. Dann drehte sie sich zu ihrer Freundin und begann, Alison die Bluse aufzuknöpfen. „Hast du es an?“
„Ja.“ Idaho und Georgia hielten gleichzeitig den Atem an. Mariah und Alison küssten sich, und Mariah schob, ohne hinzusehen, ihre Hände unter Alisons Bluse.
„Wie viel Fett hier schon sitzt … du hast eine richtige Wampe … einen dicken, fetten, dekadenten Wanst …“, schnurrte sie. „Voller Häagen-Dazs und voller leckerer kalorienreicher Burger und Pommes frites … und hey, dieses hübsche Hemdchen schlägt ja Falten. Du hast es gar nicht ganz heruntergezogen.“
„Das konnte ich nicht“, sagte Alison zwischen schweren Atemzügen. „Ich bin zu fett dafür geworden. Mein Bauch passt nicht mehr rein.“
Mariah schob ihr die Bluse von den Schultern und trat einen Schritt zurück. Das Seidenhemdchen saß eng über Alisons Speckmassen, umschloss ihre Brüste, hatte sich aber über dem Bauch hochgeschoben. Sie war tatsächlich schon sehr dick; über den Hüften schob sich bereits eine Menge Fett zusammen, und das enge Hemd zeichnete den Bauchnabel flach und viel versprechend ab. Der Stoff endete jetzt eine Handbreit über ihrem Schritt, und darunter sah man fetten Speck, der das Höschen bereits heruntergedrückt hatte.
„Sie wird einen Hängebauch bekommen“, flüsterte Idaho aufgeregt. „Sieh doch nur, Georgia. Wenn sie noch mehr in sich reinstopft, wird ihr das Fett bald bis auf die Schenkel sacken.“
„Sie wird mehr in sich reinstopfen“, flüsterte Georgia zurück. „Immer mehr und immer gieriger. Bis sie den dicksten Hängebauch hat, den du dir vorstellen kannst.“
Mariah machte sich derweil an dem Hemd zu schaffen. „Wenn ich es dir runterziehe, wird es platzen.“
„Vielleicht.“
„Sicher. Du hast so viel gegessen heute … du warst ja geradezu unersättlich. Komm, zeig mir, wie viel du wiegst. Komm auf die Waage.“ Alison lächelte und gehorchte.
„Hey …!“, rief Mariah. Die Elfen warteten gespannt.
„Sag es, sag es, sag es“, murmelte Georgia ungeduldig.
„Das hätte ich nicht gedacht“, fuhr Mariah fort. „Das ist ja noch mehr als bei mir.“
„Sie hatte 117 … und jetzt mehr als vier dazu … sie wiegt schon über 120 Kilo!“, rechnete Idaho erregt.
„Sag schon …“, drängte Georgia, die auf die Kugel starrte. Aber Mariah begann jetzt, das Hemdchen weiter herunterzuziehen. Alison kicherte, Mariahs Finger kitzelten sie. Sie zog den Bauch ein wenig ein, und tatsächlich reichte das Hemd jetzt weiter herunter und umklammerte ihr Fett wie eine zweite Haut.
„Es platzt nicht“, stieß Alison hervor.
„Du hältst ja auch die Luft an. Los, streck deine schöne dicke Wampe mal raus.“ Alison lächelte schelmisch.
„Soll ich?“
Mariah piekste sie in die Seite. „Mach schon!“, lachte sie. „Dein Magen ist doch richtig schön überladen – lass ihm Platz.“ Alison atmete tief ein, und ihr Bauch schien noch mehr anzuwachsen. Das Hemd wollte wieder hochrutschen, aber Mariah hielt es fest. Ein leichtes Knacken war zu hören. Idaho fühlte, wie sich Georgias Hand um ihre Schulter schloss.
„Es platzt noch nicht. Ich bin noch nicht fett genug.“
„Du wiegst fette 123 Kilo und hast allein in den letzten zehn Tagen sechs Kilo angesetzt!“, sagte Mariah. „Das platzt heute …“ Sie gab ihrer Freundin einen kleinen Schubs, und Alison stieß gegen das Bett und setzte sich mit viel Schwung. Die Matratze ächzte. Und die Naht an der linken Seite, die dem Weltenblick zugewandt war, platzte tatsächlich auf, als sich der dicke Bauchspeck mit einem Mal zusammenschob. Mariah stieß einen kleinen, erregten Laut aus und begann Alison zu küssen, während sie durch den Riss hindurch das üppige Fleisch knetete. Und während Idaho noch zusah, spürte sie Georgias Lippen auf ihrem Gesicht. Sie erwiderte den Kuss. Georgia warf mit einer Hand das Tuch über den Blick. Sie beugte sich über Idaho und führte deren Hand auf ihren kleinen Bauch. „Ich bin nicht so fett wie Alison“, flüsterte sie, „aber ein bisschen Bauchspeck habe ich auch.“
„Was nicht ist, kann noch werden“, flüsterte Idaho zurück.

Die Weihnachtstage kamen näher, und Idaho und Georgia hatten tagsüber alle Hände voll zu tun. Sie arbeiteten pflichtbewusst, aber ihre Gedanken waren auf die Nächte gerichtet, wenn sie sich, nachdem sie beide beim Abendessen ordentlich zugeschlagen hatten, mit vollen, prall gestopften Mägen aneinanderkuschelten und sich liebten. Beide wurden allmählich immer dicker. Bewegung hatten sie kaum, und die Vorweihnachtsküche war extrem kalorienreich. Georgia stand kurz davor, richtig dick zu sein, und Idaho war ebenfalls bald moppelig und gut gepolstert. An manchen Abenden, wenn sie sicher waren, dass ihre Kolleginnen alle schon schliefen, blickten sie nach Boise zu Alison und Mariah, die sich noch immer nach Kräften mästeten und immer dicker und fetter wurden. Sie veranstalteten beinahe täglich regelrechte Fressorgien, und der Wunsch, den die beiden Elfen immer wieder spürten, war deutlich: Sie wollten beide enorm übergewichtig werden. Mariah setzte vor allem am Po und an den Hüften an, und es dauerte nicht lange, bis sie ihre Jeans nicht mehr über die Schenkel ziehen konnte. Sie begann Jogginghosen zu tragen, die ihre schwellenden Massen bald ebenfalls umspannten. Alison bekam ihre Stretchhosen schließlich über dem Bauch nicht mehr zu und ließ sie offen; ihre Blusen kaschierten bald nicht mehr, sondern lagen eng an; die Köpfe spannten. Sie stopften enorme Mengen an Essen in sich hinein, gönnten sich meist zwei warme Mahlzeiten pro Tag und futterten darüber hinaus ständig Naschereien. Dennoch, in der Woche vor Weihnachten nahmen beide nicht mehr zu. Zuvor war das Gewicht ständig weiter nach oben gegangen – Mariah wog stolze 95 Kilo, und Mariah hatte die 130 überschritten. Der Wunsch, der von den beiden ausging, wenn die Elfen ihnen zusahen, wurde immer stärker: Mehr essen, noch fetter werden.
Am Weihnachtstag war es ruhig in der Wunschermittlung. Am Vortag hatten sie die letzten Wünsche übermittelt, und die Dinge waren verpackt und auf die Schlitten geladen worden. Nach der Hektik der letzten Tage hatten die Elfen nun frei. Georgia und Idaho lagen auf ihren Kissen und sahen in den Blick, wie die ersten Kinder an der Ostküste aufstanden und ihre Geschenke auspackten. Sie sahen nach Georgia, nach den Kindern, die ihrer Elfe am meisten am Herzen lagen. Dann, zwei Stunden später, sahen sie nach Idaho. Nach vielen beschenkten Kindern lenkte Idaho den Blick auf Boise, auf ein großes, schönes Haus.
„Komm, wir haben es uns verdient“, sagte sie zu Georgia, die ein üppiges Frühstück verzehrt hatte und faul auf ihren Kissen ausgestreckt war. Die Schnüre ihrer Korsage reichten kaum noch, um ihren hübsch gerundeten Bauch zu umspannen, wie Idaho lächelnd feststellte. Sie öffnete das Schlafzimmer von Alison und Mariah, die beide eng umschlungen auf dem breiten Bett lagen und einen herrlichen Blick auf ihre überflüssigen Kilos preisgaben. Aus dem Wohnzimmer im Erdgeschoss war ein Rumpeln zu hören, das die beiden weckte.
„Du hast doch nicht …?“, begann Georgia. Die beiden Frauen regten sich, und Alison wickelte sich in ihren Morgenmantel, der ihr längst zu klein war, um nachzusehen. Mariah folgte ihr. Idaho folgte mit dem Blick ins Wohnzimmer. Vor dem Kamin lagen drei Päckchen.
„Süße, wir wollten uns doch nichts schenken“, raunte Mariah.
„Na, das ist auch nicht von mir.“
„Hier steht aber mein Name drauf.“
„Und hier meiner.“ Sie packten verwundert aus. Alison hielt einen wunderschönen, seidenen Morgenmantel in Übergröße in den Händen. Mariah blätterte durch eine Dünndruckausgabe der gesammelten Werke von Lord Byron. „Woher hast du gewusst …?“, fragten sie sich dann beide gegenseitig. Und dann sahen sie das dritte Päckchen. Georgia starrte auf die Kugel.
Kekse. Es waren Weihnachtskekse. Aber nicht nur das knappe Pfund, das normalerweise verschenkt wurde. Ganze vier Kilo Kekse waren in dem Paket, auf dem ein kleiner Zettel lag.
„Für dicken, fetten, feisten Speck
esst gleich das ganze Päckchen weg
Im nächsten Jahr dann ohne Hast
beginnt die dekadente Mast.
Ihr werdet essen, fressen, schmatzen
und dann aus allen Nähten platzen.“
Alison zog Mariah an sich und steckte ihr ein Plätzchen in den Mund. „Komm, Süße“, schnurrte sie. „Lass uns die richtige Mast beginnen.“

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